Pfalz

Das deutsche Weinbaugebiet Pfalz ist nach Rheinhessen mit einer Gesamtrebfläche von 23.500 ha das zweitgrößte Weinbaugebiet der Bundesrepublik. In der Pfalz stellen jährlich etwa 3600 Weinbaubetriebe an die 2,5 Mio. Hektoliter Qualitätswein, den so genannten Pfalzwein her. Obwohl das Weinbaugebiet flächenmäßig gesehen kleiner ist als Rheinhessen, ist die Produktionsmenge annähernd identisch, da in der Pfalz die Hektarerträge deutlich höher liegen als in Rheinhessen.

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Weinregion Pfalz

Das Weinbaugebiet der Pfalz liegt im Südwesten der Bundesrepublik, genauer gesagt im Süden des Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Die Weinberge bedecken aber hier nur 5 % der Gesamtfläche der Pfalz. Die Weinreben werden in der Pfalz bevorzugt in den Bereichen Vorder- und Südpfalz, am Westrand der pfälzer Ebene und zwischen dem Rhein und dem Pfälzerwald hergestellt, insgesamt betreiben in der Region etwa 150 Ortschaften Weinbau. Obwohl die Weine der Pfalz auch als Rheinwein bezeichnet werden dürfen, liegen die Rebflächen der Region nirgendwo direkt am Fluss, sondern meist mehr als 50 km von ihm entfernt, im so genannten Oberrheingraben. Durch das gesamte Weinbaugebiet zieht sich die Deutsche Weinstraße, die die Region in Hanglagen und in flache Lagen unterteilt. Laut deutschem Weingesetz wird die Pfalz in 2 Bereiche unterteilt, doch eigentlich muss man sie aufgrund geografischer Gegebenheiten in die drei Bereiche Deutsche Weinstraße, Mittelhaardt und Südliche Weinstraße gliedern.

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Deutsche Weinstraße

Die Deutsche Weinstraße ist der nördlichste Weinbaubereich der Pfalz, der von der Grenze zu Rheinhessen bei Worms bis nach Grünstadt reicht. Der Weinbau der Deutschen Weinstraße gleicht augenscheinlich dem Rheinhessens, was man auf dem ersten Blick schon durch die optische Äquivalenz der Regionen erkennen kann.

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Mittelhaardt

Mittelhaardt ist der pfälzer Weinbaubereich, der die Weinbaugebiete südlich des Bereichs der Deutschen Weinstraße bis nach Neustadt a. d. Weinstraße beinhaltet. Die Rebflächen zwischen Herxheim und Neustadt gelten als die besten der Pfalz. Bekannteste Weinbauorte sind dabei Kallstadt, Wachenheim, Frost, Deidesheim oder Ruppertsberg, die nicht nur nationalen sondern auch internationalen Weinkenner aufgrund der ausgezeichneten Rieslinge ein Begriff sind.

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Südliche Weinstraße

Die Südliche Weinstraße erstreckt sich südlich von der Bereichsgrenze zum Mittelhaardt bis an die elsässische Grenze bei Wissembourg. In der Südliche Weinstraße dominierteine ein Weinbau mit dem Hauptziel eine möglichst große Produktionsmenge zu erzielen. So wurden allein in den Jahren 1979 bis 1982 im Bereich der Südlichen Weinstraße 1000 ha Rebflächen für neue, produktivere Rebsorten geschaffen. Meist werden die Weine aus diesem Bereich auch nur im Fass verkauft und wurden früher auch nur zum Verschneiden von sauren Moselaner Weinen verwendet. neben den Massenproduzenten haben sich seit dem Ende der 1980er Jahre einige junge Winzer verstärkt auf die Herstellung von Qualitätswein konzentriert. Der Großteil der pfälzer Weinbauorte profitiert von einer, besonders durch die einschließenden Gebirge, vor Kaltlufteinbrüchen geschützte Lage. Zudem verzeichnet das Gebiet jährlich mehr als 1800 Sonnenstunden und meist kommt es hier auch zu milderen Temperaturen als im Weinbaugebiet Baden, dem mildesten Weinbaugebiet Deutschlands. Grundsätzlich kann man im pfälzer Klima schon einige mediterrane Züge erkennen, welche hier sogar auch Zitrusbäume gedeihen lassen. Die Bodenformationen der Pfalz sind deutlich unterschiedlich und beinhalten Sand-, Lehm-, Mergel-, Bundsandstein-, Muschelkalk-, Granit-, Schiefer- und vereinzelt auch Tonböden. Generell gelten die Böden an der Südlichen Weinstraße als stärker und nährstoffreicher als die der restlichen Region und sorgen deshalb auch für die mineralischsten Weine.

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Rebsorten im Weinbaugebiet Pfalz

Wie in vielen deutschen Weinbauregionen herrschen auch in der Pfalz die Weißweinrebsorten vor, doch ist das Verhältnis hier mit 60:40 eher knapp und die Rotweinreben befinden sich seit einigen Jahren stark im Aufwind und haben in den letzten Jahren ihren Anteil an der pfälzer Weinbaufläche fast verdoppeln können. Bei den weißen Rebsorten dominiert vor allem der Riesling, mit einem Anteil von über 21 % an der Gesamtrebfläche der Pfalz. Nach dem Riesling belegt der Müller-Thurgau vor dem Silvaner Platz 2. Zudem werden noch die weißen Rebsorten Kerner, Weißburgunder, Grauburgunder, Gewürztraminer, Mario-Muskat, Scheurebe, Muskateller und Chardonnay kultiviert. Bei den roten Rebsorten wird vor allem der Blaue Portugieser angebaut und vermehrt zu Herstellung von Weißherbst verwendet. Häufig wird zudem Dornfelder angebaut, der meist für Massenweine verwendete wird. In Zuge von qualitativen Verbesserungen werden auch vermehrt auf die bekannten roten Rebsorten Spätburgunder, Cabernet Sauvignon, Merlot, Regent und St. Laurent angebaut.

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Eigenschaften

Grundsätzlich kann man die pfälzer Weine je nach Lage unterschieden. Weine aus Hanglagen zeichnen sich vor allem durch eine rassige und körperreiche Struktur und einen mineralischen Geschmack aus, wohingegen die Weine aus den Ebenen viel leichter, fruchtiger, harmonischer und süffiger ausfallen.

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Quelle: www.lebensmittellexikon.de
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