Frankreich

Klassifizierungen und gesetzliche Grundlagen

Der Weinbau Frankreichs zählt zu den am strengsten kontrollierten der Welt. Jede abgefüllte Flasche gehört einer eigenen Qualitätsklasse an.

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A.O.C.-Weine – Appelation d’Origine Contrôlée

Als A.O.C.-Weine bezeichnet man die oberste Qualitätsstufe der französischen Weine. Das Prinzip wurde zu Beginn des 20. Jhd. konzipiert und im Jahr 1935 durch die Schaffung der INAO vollständig umgesetzt. Im ganzen Land verfügen ca. 400 Appellationen über diese Kennzeichnung. Sie unterliegen strengen Richtlinien in Hinblick auf Ertragsmenge, Herstellung, Mindestalkoholgehalt, Rebpflege, Lagerung, Analyse und Verkostung. Der Anteil an der Gesamtproduktion liegt bei etwas mehr als 35 %, ist aber stark steigend.

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V.D.Q.S.-Weine – Vins Délimités de Qualité Supérieur

Diese Weine stehen qualitativ unter den A.O.C.-Weinen, können aber durchaus über hervorragende Qualitäten verfügen und bestechen vor allem durch ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die V.D.Q.S.-Weine zeichnen für knapp 2 % an der gesamten Weinproduktion Frankreichs verantwortlich. Sie unterliegen annähernd denselben Bedingungen und Richtlinien wie die A.O.C.-Weine.

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Landweine – Vins de Pays

Die Vins de Pays stehen in der Qualität unter den VDQS-Weinen und können zum Teil aus Rebsorten hergestellt werden, die in manchen Gebieten nicht für die Herstellung von A.O.C.- oder V.D.Q.S.-Weinen verwendet werden dürfen. Die Landweine, die erst 1973 per Gesetz geschaffen wurden, werden meist sortenrein ausgebaut und tragen den Namen der Rebsorte, aus der sie hergestellt wurden. Sie erfreuen sich stark steigender Popularität und zeichnen schon für etwas mehr als 20% % an der Gesamtproduktion verantwortlich. Der Großteil der Landweine kommt aus Südfrankreich. Die Landweine sind meist sauber gekelterte, ansprechende und duftige Weine, die den üblichen Tafelweinen deutlich in der Qualität überlegen sind. Die gesetzlichen Regelungen zur Herstellung sind nicht so streng wie die zur Herstellung von Qualitätsweinen. Die Ertragsobergrenze für Landweine liegt bei 90 hl Wein/ha Rebflächen und ist somit doppelt so hoch wie die Obergrenze für A.O.C.-Weine. Zudem müssen die Weine über einen Mindestalkoholgehalt verfügen und sich einer organoleptischen Prüfung unterziehen. Auch die zur Herstellung zugelassenen Rebsorten werden vom Gesetzgeber festgelegt. Im ganzen Land sind ca. 140 einzelne Vin de Pays Appellationen zugelassen. Dabei sind 70 % aller Vin de Pays Rot-, 20 % Rosé- und lediglich 10 % Weißweine.

Es gibt 3 Arten zur Gliederung der Französischen Landweine:
– Vin de Pays de Région
– Vin de Pays de Département
– Vin de Pays de Zone

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Tafelweine – Vins de Table

Als Tafelweine bezeichnet man die niedrigste Qualitätsstufe der französischen Weine. Sie haben einen Anteil von ca. 40 % an der Gesamtproduktion und sind besonders beliebt als alltäglicher Speisenbegleiter. Es sind generell einfache, unkomplizierte Weine, die für einen schnellen Konsum bestimmt sind. Sie werden manchmal auch als „Vins ordinaires“ bezeichnet und stammen meist aus dem Midi oder aus den Bereichen außerhalb der AOC-Gebiete. Sie können aber auch aus Rebsorten gekeltert werden die nicht im AOC gelistet sind. Zum größten Teil sind es Rotweine die als Tafelweine auf den Markt kommen, nur ein geringer Prozentsatz entfällt auf Weißweine. Die gesetzlichen Bestimmungen für Tafelweine sind nicht sehr streng, so gibt es kaum Beschränkungen für Ertrag oder Rebsorten. Ein großer Teil der Tafelweine ist heute gar nicht mehr verkäuflich, da sich die Qualitätsweine immer mehr behaupten, und somit fließt der überschüssige Tafelwein in den sogenannten „EU-Weinsee“, der sich aus der überschüssigen Weinproduktion der Gemeinschaft zusammensetzt und destilliert wird. Trotz der zahlreichen Regelungen ist die Kennzeichnung in vielen Weinbaugebieten deutlich unterschiedlich. Es kann zu regionalen oder kommunalen Unterschieden kommen, ohne dass diese extra am Etikett vermerkt werden müssen. In manchen Bereichen des Landes zählen zum Beispiel nur die Einzellagen zur Klassifikation wie im Burgund üblich, währenddessen im Bordeaux immer das gesamte Weingut für die Einstufung herangezogen wird. Zu beachten gilt auch, dass französische Qualitätsweine meist immer aus mehreren Rebsorten hergestellt werden. Nur im Burgund, im Elsass und in einigen Bereich an der Loire bzw. im Rhône-Tal werden sortenreine Weine gekeltert und deklariert.

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Quelle: www.lebensmittellexikon.de
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